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Schweineleben – das Buch

Schweineleben
Biografie einer „Dubbe-Wutz“

Wie sieht ein Schweineleben aus, was braucht eine Wutz, um gesund aufzuwachsen und sich sauwohl zu fühlen?
Mit offenen Augen, einer guten Portion Neugier und ihrer großen Kamera ging die Autorin den Fragen nach, begleitete ein Jahr lang die Entwicklung »ihrer« Sau in der »Schweinothek« im pfälzischen Gau-Bickelheim und erhielt Antworten.
Ein Buch für alle, die Tiere lieben, zum Kennenlernen dieser wunderbaren Tiere, zum Einfühlen und Verstehen, reich bebildert mit zahlreichen Fotos, die ein artgerechtes Schweineleben auf eindrückliche Art sichtbar machen.

Text und Fotografie: Ulrike Thomas
Verlag: Zeitfenster Verlag, Brackenheim
Erscheinungsjahr: 2026

60 Seiten · Hardcover · Fadenbindung · durchgehend farbig · mit zahlreichen Fotografien

1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-00-087940-1

Erhältlich ab Ende August 2026
im Buchhandel oder direkt beim Zeitfenster Verlag

Preis: 24,00 Euro | –> jetzt vorbestellen


Leseprobe

EIN SCHWEIN WIRD GEBOREN

10. Februar. Da sind sie, die Schweinchen. Nicht mal zwei Tage alt, stehen sie recht stabil auf ihren Beinchen und sind ziemlich flott unterwegs. Als sie das Licht der Welt erblickten, brachten sie jeweils rund 850 Gramm auf die Waage und waren etwa 20 cm lang.
Der Fototermin dauert nur wenige Minuten, denn draußen ist es kalt und die drei Kleinen – zwei »Jungs« und ein »Mädchen« – kuscheln sich lieber in der Schutzhütte im Stroh aneinander und halten sich warm. Selbst Minusgrade können sie so gut überstehen.

Gestern ist etwas falsch gelaufen, berichtet Bernd Bornheimer-Schwalbach, der Züchter und Besitzer der Schweinefarm. Die Muttersau, deren Wurf mit sechs Ferkeln ohnehin nicht üppig war, biss drei ihrer Babys tot. Er werde die Sau im Auge behalten. »So was passiert selten, aber es passiert«, sagt er und führt die Ferkelverluste auf hormonelle Probleme bei der Muttersau zurück. Und bei aller artgerechten Tierhaltung: Die Schweine sind auch hier Nutztiere. Aufwand und Ertrag müssen in einem Verhältnis stehen, das sich noch rechnet. Im Nachbargehege lebt eine Sau, die zwei Wochen vorher zwölf Ferkel geboren hat, und alle sind putzmunter und rennen quietschfidel draußen herum.

Da die Geburt von der Gebärenden selbstständig erledigt wird (s. Kasten), hat der Züchter fast nie Gelegenheit, bei der Geburt seiner Tiere live dabei zu sein. Die mit offenen Augen und Ohren geborenen Ferkel können schon wenige Minuten nach der Geburt laufen. Indem sie sich im Stroh wälzen, befreien sie sich selbst aus den Fruchthüllen. Auch die Mutter hilft durch Reiben mit ihrem Fell. Während ich mich umschaue und die Eltern der Kleinen besuche, werden alle Tiere gefüttert. Ein lautes Quiekkonzert lässt erahnen, wie willkommen das Futter
ist. Schon beim Geräusch des Öffnens der Deckel, die die großen Futtereimer verschließen, geht das Quieken los. Gut konditioniert, denke ich mir. Während ich fast im Schlamm versinke und Mühe habe, die Füße aus dem Morast zu ziehen, fühlen sich die Schweine auf ihrem Areal sichtlich wohl. Und das Trockenfutter – ein Mix aus verschiedenen geschroteten Getreidesorten – schmeckt. Sau und Eber schmatzen und genießen. Die Ferkel leben die ersten Tage ausschließlich von Muttermilch.

Für mein Vorhaben wähle ich das weibliche Ferkel aus. Den Satz einer Metzgermeisterin, »Tieren, die wir essen, geben wir keine Namen«, im Hinterkopf, überlege ich, ob ich »mein« Schwein »taufen« soll. Nun, das Schwein ist vor mir – einer vor über 50 Jahren ausgefleischten Vegetarierin – sicher. Und so nenne ich sie Tilly. Ihre Entwicklung werde ich nun ein Jahr lang begleiten. So lange ist die Lebensspanne dieses Nutztiers.


Für wen ist dieses Buch gedacht ist

„Schweineleben“ richtet sich an Menschen, die Schweine nicht länger nur als Nutztiere betrachten möchten. Das Buch lädt dazu ein, sich mit ihrem Verhalten, ihren Bedürfnissen und ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen – und ebenso mit den Bedingungen, unter denen Schweine in der konventionellen Haltung leben.

Es liefert keine fertige Moral und schreibt niemandem vor, was auf den Teller gehört. Aber es schafft eine Grundlage für eine bewusstere Entscheidung: Was möchte ich essen? Unter welchen Bedingungen wurde dieses Tier gehalten? Und was ist mir sein Leben wert?

Ein Buch für alle, die hinschauen wollen – auch dort, wo es unbequem wird und eine Bratwurst am Ende 7,- Euro kostet.

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